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Südtirol - Dolomiten
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NIEDERDORF (1.154 m)
Einwohner 1.332
Gästebetten 1.245
Der Name „Nidrindorf“
erscheint bereits in Urkunden des Jahres 994, als Pfarre wird er erstmals
1225 erwähnt. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts gewann Niederdorf
immer größere Bedeutung als Sommerfrische. Großen Verdienst
in der Förderung des Fremdenverkehrs erwarb sich die über die
Grenzen der Heimat hinaus bekannte Emerentia Hellenstainer, geb. Hausbacher
aus St. Johann in Tirol, genannt „Frau Emma“ (1817-1904). Die „Schwarzadlerwirtin“
wurde von allem wegen ihrer vorzüglichen Kochkünste und ihrer
Gastfreundschaft bekannt. Niederdorf hatte unter den Poststationen des
Pustertales besondere Bedeutung. Hier wurden der Post mehr Briefe als anderswo
anvertraut. Das ist damit begründet, daß Niederdorf Rodfuhrwerkstätte
und als solche ein bedeutender Handelsplatz war. Als 1. Postmeister von
Niederdorf scheint „Johannes von Kurz“ auf. Er wohnte im Haus Nr. 42, dem
heutigen „Haus Wassermann“, Heimstätte des Fremdenverkehrsmuseums
Hochpustertal“.
PFARRKIRCHE
MIT ANNAKAPELLE UND TOTENKAPELLE:
Die Pfarrkirche zum hl. Stephanus ist ein spätbarocker Bau von
1792-96. Sie enthält Fresken von Franz Altmutter, Skulpturen von Nißl
und ein Altarbild von Martin Knoller, einem Schüler des Barockmalers
Paul Troger. Der Hochaltar und die beiden Seitenaltäre sind einfache,
strenge Säulenbauten. Linker Hand der Kirchstiege steht eine gotische
Doppelkapelle aus dem 15. Jahrhundert. Der untere Teil dient als Totenkapelle
und der obere ist die Annakapelle. In der Totenkapelle befindet sich ein
Fresko von Simon von Taisten. Die Annakapelle hat ein regelmäßiges
Sterngewölbe mit runden Schlußsteinen. Diese Doppelkapelle ist
eines der ältesten Bauwerke des Pustertales.
Besichtigungsmöglichkeiten: täglich 7-18 Uhr
SPITALKIRCHE ZUR HL. DREIFALTIGKEIT:
Gleichzeitig mit der Gründung des Spitals im Jahr 1456 wurde eine
Kapelle errichtet (1456-1473). Um die Mitte des siebzehnten Jahrhunderts
wurde sie zur heutigen Kirche erweitert. Am 30. Jänner 1655 wurde
die Spitalkirche vom Brixner Weihbischof Jesse Perkhofer eingeweiht. Die
Kirche bildet mit dem ehemaligen Spital eine bauliche Einheit und ist mit
diesem durch eine Vorhalle mit Kreuzgratgewölbe verbunden. Die Einrichtung
der Spitalkirche ist barock.
Besichtigungsmöglichkeiten: Juli-Mitte September + Weihnachten:
täglich 8-18 Uhr
KIRCHE ST. MAGDALENA IN MOOS (genannt Mooskirche):
Die heutige Kirche St. Magdalena entstand im Jahre 1490, gestiftet
von der Gräfin Paula von Gozoga, Gemahlin des Markgrafen Leonhard
von Görz. Der frühbarocke Hochaltar stammt aus der Zeit um 1600.
In den Hochaltar eingelassen ist eine spätgotische Relieftafel mit
Darstellung der Hl. Drei Könige von Michael Parth (um 1520). Die Kirche
befindet sich etwas außerhalb des Dorfes, Richtung Welsberg.
Besichtigungsmöglichkeiten: Mai-Ende September: SO 14-18 Uhr
KAPELLEN VON NIEDERDORF:
Die Streusiedlung am Eggerberg bringt es mit sich, daß besonders
im 18. Jahrhundert eine Reihe von Kapellen in Weilern und bei Einzelgehöften
errichtet wurden. Die Einheimischen nennen sie, zumindest am Eggerberg
„Stöckl". So haben wir dort das „Ringler-Stöckl", erbaut um 1780;
das „Gruber-Stöckl", nach dem um 1820 abgebrannten Gruberhof benannt;
das „Thaler-Stöckl", in der heutigen Form aus dem Jahr 1768 und das
„Sinner-Stöckl".
Die Maistattkapelle bei Bad Maistatt ist im Juli und August von 8 –
18 Uhr geöffnet.
RATHAUS:
Es steht südlich des Hauptplatzes und war ursprünglich ein
Ansitz der Herren von Kurz zu Thurn. Um 1800 wurde es von der Familie Kurz
auf die heutige Form umgebaut. Bemerkenswert ist der Balkon mit drei ionischen
Säulen und Dreieckgiebeln an der Nordfassade. Zur Zeit des Rodfuhrwerkes
bis zum Bau der Eisenbahn, diente es als Mautamthaus (Zollamt) und anschl.
wurde es bis zum Ersten Weltkrieg als Militärkaserne benutzt. Seit
1928 ist es das Rathaus der Gemeinde Niederdorf.
HAUS WASSERMANN:
Das Haus Wassermann ist ein alter Ansitz, der seit ca. 1470 bis ins
18. Jahrhundert von der Familie von Kurz bewohnt und mehrfach erweitert
wurde. Die Kurz waren Zolleinnehmer und gehörten zu den einflußreichsten
Familien im Hochpustertal. 1895 wurde der Ansitz durch den Konditor Johann
Wassermann erworben, der das Haus zum Café adaptierte. Der reizvolle
Mischcharakter zwischen Adelssitz und bürgerlicher Nutzung als Café
hat das Haus nachhaltig geprägt. Seit 1994 ist im Haus Wassermann
das FREMDENVERKEHRSMUSEUM HOCHPUSTERTAL untergebracht.
Prospekte und Informationen erhalten Sie:
Tourismusverein Niederdorf
I-39039 Niederdorf, Hauptplatz 109, Telefon 0039-0474-745136,
Telefax 0039-0474-745283
Öffnungszeiten: MO-FR 8-12 Uhr + 15-18 Uhr, SA 8-12 Uhr
e-Mail und Prospektanforderung